ZDF gibt zu: KI-Fakevideo zum ICE-Einsatz wurde "wissentlich" eingespielt

Nach dem KI Fake-Skandal beim ZDF kommt nun heraus, dass es sich nicht – wie ursprünglich dargestellt und entschuldigt – um ein bloßes Versehen oder einen rein technischen Fehler handelte. Stattdessen wurde das KI-generierte Video im Beitrag des „heute journal“ wissentlich und bewusst eingesetzt.

Diese brisante Wendung ergibt sich aus Tonmitschnitten einer großen internen Betriebsversammlung des ZDF, zu der Chefredakteurin Bettina Schausten am Montag (24. Februar 2026) etwa 1.100 Mitarbeiter zusammengerufen hatte. Die Aufnahmen wurden über das Portal NIUS veröffentlicht.

Manipulation beim ZDF hat System

Der Skandal begann bereits am 15. Februar 2026, als das „heute journal“ einen Beitrag über Einsätze der US-Abschiebepolizei ICE ausstrahlte. Darin wurden zur Illustration des Vorgehens gegen Kinder ein KI-generiertes Video sowie eine vier Jahre alte, aus dem Kontext gerissene Sequenz verwendet – beides ohne ausreichende Kennzeichnung oder Prüfung.

Zunächst sprach der Sender von „technischen Gründen“ und einem Versehen. Erst zwei Tage später (am 17. Februar) folgte die öffentliche Entschuldigung im Programm, verbunden mit der Ankündigung, die verantwortliche New-York-Studioleiterin Nicola Albrecht abzuberufen – was kurz darauf auch umgesetzt wurde.

„Wissentlich eingeschnitten“ – die Chefredakteurin benennt es klar, aber nur hinter den Kulissen

In der Betriebsversammlung räumte Bettina Schausten nun jedoch ein, dass Nicola Albrecht das KI-Material erkannt und dennoch entschieden hatte, es zu verwenden – mit der Begründung, es sei ja gekennzeichnet. Schausten stellte klar: Eine solche Vorgehensweise sei unzulässig. Es handle sich um einen klaren Verstoß gegen journalistische Standards, da in einem faktenbasierten Beitrag (der nicht explizit über KI handelt) keine Realität mit „wie es sein könnte“-Szenen bebildert werden dürfe. Eine erneute Prüfung hätte das Material als bekanntes Fake aus dem Netz enttarnt – diese fand jedoch nicht statt.

US-Korrespondent Elmar Theveßen verteidigte allen Ernstes den Inhalt des Beitrags weiterhin: Kein Wort sei falsch gewesen, man habe die Realität abgebildet und sich nichts vorzuwerfen. Einzelne Mitarbeiter widersprachen immerhin scharf und sprachen von einem „Relotius-Moment“ sowie davon, dass sich ZDF-Nachrichten zunehmend zu Weltbild-Bestätigungs-Sendungen wandelten.

Die Affäre gewinnt dadurch weiter an Brisanz, da ZDF-Intendant Norbert Himmler in Kürze zur Wiederwahl ansteht.

AfD will Skandal in einer Aktuellen Stunde aufarbeiten, Altparteien stellen sich hinter das ZDF

Nach Bekanntwerden des Vorfalls beantragte die AfD-Fraktion eine Aktuelle Stunde im Bundestag. In seiner Rede führte Götz Frömming aus, beim ZDF handele es sich nicht bloß um einen einzelnen „Relotius-Moment“, sondern um die Offenlegung eines ganzen Relotius-Systems. Daraus zog er die konsequente Forderung: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk müsse abgeschafft werden.

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