AN DIE ABGEORDNETEN DES BUNDESTAGS,
ich appelliere an Sie, sich entschlossen für Maßnahmen einzusetzen, die das christliche Leben in seiner Vielfalt in Deutschland stärken und sichtbar fördern. Die christliche Kultur ist Erbe und prägendes Fundament unserer Gesellschaft; ihre Zeugnisse – von historischen Kirchen bis hin zu unseren Wertvorstellungen und unserer Verfassung – verpflichten uns, dieses Erbe verantwortungsvoll zu bewahren und weiterzugeben.
Setzen Sie sich für eine verlässliche Förderung christlichen Lebens und Glaubens ein, beispielsweise für die Unterstützung christlicher Glaubensgemeinschaften, für Programme zum Wiederaufbau und zur Sanierung christlicher Kulturstätten sowie eine stärkere Berücksichtigung christlicher Themen in Kultur- und Medienförderung, etwa bei Film, Theater und Bildung. Unterstützen Sie Bürger, Vereine und Gemeinschaften darin, ihren Glauben zu leben und zu vermitteln, damit dieses kulturelle Fundament auch künftigen Generationen erhalten bleibt.
Hintergrund
Die fortschreitende Säkularisierung in den westlichen Gesellschaften hat zu einer wachsenden Orientierungslosigkeit geführt und maßgeblich zum Zerfall der Familie sowie zum damit einhergehenden Niedergang ethisch-moralischer Standards beigetragen. Viele Menschen, besonders unter den Jugendlichen und jungen Erwachsenen, spüren diese Leere jedoch zunehmend. Sie entwickeln eine tiefe Sehnsucht nach einer verlässlichen, haltgebenden Wahrheit und finden diese immer häufiger in der Bibel und im christlichen Glauben wieder.
Während die etablierten Kirchen in vielen westlichen Ländern weiter an Einfluss und Mitgliedern verlieren, zeichnet sich bei der jungen Generation ein bemerkenswerter Gegentrend ab. Immer mehr Angehörige der Generation Z suchen bewusst nach Sinn, Gemeinschaft und einer Verbindung zu etwas Größerem – oft gerade durch eine Rückbesinnung auf den christlichen Glauben.
Studien und aktuelle Entwicklungen unterstreichen diesen Wandel: In den USA besuchen junge Erwachsene der Generation Z Gottesdienste deutlich häufiger als die Babyboomer-Generation. In Großbritannien sind die Bibelverkäufe in den letzten Jahren stark gestiegen, vor allem durch die Nachfrage junger Leser, und der Anteil derjenigen, die an Gott glauben, hat sich innerhalb kurzer Zeit verdoppelt. Auch in Frankreich ist ein regelrechter Taufboom bei jungen Erwachsenen zu beobachten, wobei die Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen inzwischen die größte Gruppe der Täuflinge stellt. Selbst in Deutschland, wo der Mitgliederschwund der Kirchen besonders ausgeprägt ist, nehmen seit der Corona-Zeit die Erwachsenentaufen spürbar zu – viele davon bei Menschen zwischen 18 und 30 Jahren. Glaubenskurse erfreuen sich bei jungen Leuten wachsender Beliebtheit.
Diese erfreuliche Rückkehr vieler junger Menschen zu Bibel und Glauben ist ein hoffnungsvolles Zeichen gegen die Folgen der Säkularisierung. Sie sollte daher von der Politik aktiv erkannt, unterstützt und gefördert werden, um langfristig Orientierung, familiäre Stabilität und moralische Erneuerung in der Gesellschaft zu stärken.