Die unheimliche Macht staatlich finanzierter Meldeportale

In Deutschland verkommen Justiz und Polizei zunehmend zu einem Werkzeug des linken NGO-Schattenstaats. Keiner ist mehr sicher. Selbst prominente Publizisten wie Norbert Bolz werden zum Ziel von Polizei und Staatsanwälten.
Norbert Bolz. Bolz, ein renommierter Professor im Ruhestand und aktiver Publizist, postete vor über einem Jahr einen ironischen Kommentar auf einer Social-Media-Plattform: „Gute Übersetzung von ‹woke›: Deutschland erwache!“ Der Satz war eine satirische Reaktion auf eine Schlagzeile der linken Taz, die selbst mit einem historisch belasteten Motto spielte, um gegen politische Gegner vorzugehen.
Was als satirischer Seitenhieb gemeint war, endete in einer absurden Eskalation: Vier Polizisten klingelten morgens - gut sichtbar für Nachbarn und Anwohner - an Bolz' Wohnhaus mit einem Durchsuchungsbeschluss. Die Begründung? Eine anonyme Meldung über ein staatlich finanziertes Portal, das den Post als potenziell strafbar einstufte. Hier zeigt sich, wie die Justiz mit unverhältnismäßigen Maßnahmen gegen unbequeme Stimmen vorgeht, während ähnliche oder sogar extremere Äußerungen aus dem politisch genehmen Spektrum straffrei bleiben. Solche Fälle wecken bei vielen Bürgern den berechtigten Eindruck, dass der Rechtsstaat aus den Fugen gerät – ein System, das eigentlich zum Schutz der Freiheit da sein sollte, wird zur Waffe gegen sie.
Mit Meldeportalen hat der Staat eine flächendeckende Überwachungsinfrastruktur errichtet
Hinter diesem Vorfall steht ein ganzes Netzwerk aus Meldestellen, die der Staat mit Millionen aus Steuergeldern am Laufen hält. Diese Portale, oft unter dem Deckmantel des Kampfes gegen „Hate Speech“ oder Extremismus, laden Bürger ein, Inhalte anonym zu melden – eine moderne Form der Denunziation, die an dunkle Kapitel der Geschichte erinnert. In Hessen etwa betreibt das unionsgeführte Innenministerium eine solche Plattform mit dem Namen „Hessen gegen Hetze“, die mit über einer Million Euro jährlich subventioniert wird.
Ähnliche Einrichtungen gibt es in fast jedem Bundesland: Von Baden-Württemberg über Rheinland-Pfalz bis hin zu bundesweiten Initiativen, die mit dem Bundeskriminalamt kooperieren. Laut BILD-Bericht soll es bereits über 50 solcher staatlichen Petzstellen geben, hinzu kommen private Einrichtungen. Manche dieser Petz-Portale unterhalten eine Partnerschaft mit den jeweiligen Landeskriminalämtern, denen sie auf direktem Wege „Fälle“ übermitteln können. Wie Nius aufdeckte, soll allein das Portal „Hessen gegen Hetze“ über 7800 Fälle weitergemeldet haben, darunter auch den Tweet von Norbert Bolz. Ganze 21 Monate später erhielt Bolz Besuch von der Berliner Polizei.
Ein staatlich finanziertes Klima der Angst, Einschüchterung und Selbstzensur ist entstanden
Der Staat pumpt in diese Kontroll-Infrastruktur Steuergelder hinein, um ein flächendeckendes Bespitzelungssystem zu schaffen, das systematisch hunderttausende private Meinungsäußerungen ausleuchtet und an Behörden weiterleitet. Kritiker werden so zu potenziellen Delinquenten gemacht, ohne dass klare gesetzliche Grenzen definiert sind. Begriffe wie „Hass“ oder „Hetze“ bleiben vage, was den Mitarbeitern der Meldestellen – oft Sozialwissenschaftlern ohne juristische Expertise – freie Hand lässt, schon bei bloßen „Störgefühlen“ einzugreifen.
Der Staat finanziert auf diese Weise Mechanismen, die nicht nur die Meinungsfreiheit aushöhlen, sondern Bürger regelrecht gegeneinander aufhetzt und den Eindruck erweckt, daß Staatsanwälte und Polizei zu Erfüllungsgehilfen einer willkürlichen Rechtsdurchsetzung gemacht werden.
Beitrag erschien zuerst auf www.freiwelt.net
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